mais auf trockenem Boden
Foto: Markus Spiske/Pixabay.com
Mithilfe der Attributionsforschung können Wissenschaftler zwei Welten vergleichen: Mit und ohne Klimawandel. Forscher haben errechnet, wie oft es in der Welt mit Erderwärmung zu Dürreperioden kommt.
  • Internationales Forscherteam veröffentlichte neue Klimastudie
  • Alle 20 Jahre kommt es demnach zu einer Dürreperiode
  • Diese sind auch heißer als Trockenphasen vor dem Klimawandel
  • So funktioniert die Attributionsforschung

Eine europaweite Dürre wie im vergangenen Sommer wäre ohne den Klimawandel statistisch gesehen nur alle 400 Jahre möglich gewesen. In einer Welt mit Klimawandel muss man nun etwa alle 20 Jahre damit rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Studie der „World Weather Attribution Initiative“. Wie WetterOnline berichtet, liegt dieser Veröffentlichung die sogenannte Attributionsforschung zugrunde.

Dürreperioden häufen sich

Im Zuge des Klimawandels häufen sich die Dürrephasen in jüngster Vergangenheit. Bereits im Winter fiel im Südwesten Deutschlands sehr wenig Regen und auch Frankreich war von einer ungewöhnlich langen Trockenperiode betroffen. Erst im vergangenen Jahr hatte eine Dürre bisher unbekannten Ausmaßes weite Teile Europas im Griff. Der Klimawandel macht das Auftreten dieser Wetterereignisse wahrscheinlicher und intensiver. Zwischen Starkregen und Hitzewellen besteht ebenfalls ein Zusammenhang.

Hitzewellen bis zu drei Grad heißer

Eine vergangene Studie zeigte bereits, dass eine Hitzewelle mit bis zu 41 Grad – wie die im Juli 2019 in Deutschland – zehnmal wahrscheinlicher ist, als in einer Welt ohne Klimawandel. Hitzewellen sind der Studie zufolge auch um 1,5 bis 3 Grad heißer. Auch extreme Regenfälle werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver. Bei den daraus resultierenden verheerenden Überschwemmungen 2021 in Westdeutschland spielen aber auch andere menschliche Faktoren, wie zum Beispiel die Bebauung in Flussnähe, eine Rolle.

Extremwetter könne laut WetterOnline aber nicht pauschal mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden. Die Anzahl der tropischen Wirbelstürme habe sich beispielsweise nicht signifikant verändert. Auch bei kleinräumigen Phänomenen wie Tornados sei eine Tendenz zur Zu- oder Abnahme durch den Klimawandel ebenfalls nicht gesichert.

Was ist die Attributionsforschung?

Die Attributionsforschung, auch Zuordnungsforschung genannt, hat im letzten Jahrzehnt an Relevanz zugenommen und sich zu einem eigenen Teilgebiet der Klimawissenschaft entwickelt. Wissenschaftler können dem Klimawandel bei Extremwetterereignissen mittlerweile eine Bedeutung zuordnen, indem sie zwei Computersimulationen durchführen. Zuerst wird das Klima in der tatsächlichen Welt und anschließend in einer Welt ohne die zusätzlich hinzugefügten Treibhausgase simuliert.