hochwasser im ahrtal
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Schäden durch Hochwasser: Sind die präventiven Maßnahmen ausreichend?

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert von Bund, Ländern und Kommunen eine bessere Prävention gegen Hochwasser und legt ein Gesamtkonzept vor.

  • Hochwasser werden mehr
  • Versicherer sehen Defizite bei der Prävention
  • Drei Maßnahmen gegen Schäden durch Überschwemmungen
  • Gesamtkonzept des Versicherungssektors

In Studien gehen Wissenschaftler davon aus, dass der Klimawandel mehr Starkregenereignisse mit sich bringt. Die Hochwassergefahr steigt somit. Vor diesem Hintergrund und den Überschwemmungen im Dezember in einigen Regionen Deutschlands fordert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Politik dazu auf, mehr für die Hochwasserprävention zu tun. „Länder und Kommunen haben beim Thema Flächen- und Bauplanung sowie bei der Prävention große Defizite. Hier wurde jahrzehntelang zu wenig investiert“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Viele Probleme beim Hochwasserschutz seien hausgemacht.

Hochwasserprävention: Versicherungen fordern drei Maßnahmen

Drei Maßnahmen halten die deutschen Versicherungen für dringend notwendig:

  • Die Errichtung von Gebäuden in ausgewiesenen Gefahrengebieten sollte enden. 
  • Prävention und Klimafolgenanpassung sollten in den Landesbauordnungen verankert werden.
  • Die öffentliche Hand sollte über ein bundesweites Naturgefahrenportal deutlich die Gefahrenlagen benennen. Denn ohne transparenten Umgang mit Gefahren werden die Betroffenen nur schwer zu überzeugen sein, präventive Maßnahmen zu ergreifen. 

Eine verpflichtende Versicherung gegen Elementarschäden hingegen hält die Versicherungswirtschaft nicht für zielführend.

Versicherer legen Gesamtkonzept vor

Der Versicherungssektor hat ein Gesamtkonzept zum Umgang mit Überschwemmungen vorgelegt. „Es sieht neben Versicherungsschutz auch die Bausteine Prävention, Klimafolgenanpassung und eine Lösung mit staatlicher Beteiligung im Fall einer Naturkatastrophe mit extrem hohem Schadenaufkommen vor“, so Asmussen. „Nur so können die Prämien auf mittlere Sicht einigermaßen stabilisiert werden.“ Er warnt davor, dass durch höhere Schäden die Beiträge für Kunden mittel- und langfristig teurer werden. Und das gelte bei Bund, Ländern und Kommunen sowie bei Privatpersonen und Gewerbetreibenden gleichermaßen, sagt Asmussen.