landmaschinen
Foto: Dennis Meißner/pixabay.com (Symbolbild)
Die TU Dresden und das Fraunhofer IVI testen ein Kommunikationssystem, das Autofahrer automatisch vor Landmaschinen warnt und eine alternative Route vorschlägt.
  • Deshalb wird das System entwickelt
  • Landmaschinen kommunizieren mit Pkw
  • Praxistests in Köllitsch
  • Voraussetzungen für die Praxisreife

Im Sommer kommt es immer wieder zu Konfrontationen zwischen Landmaschinen und Pkw. Dann heißt es anhalten, rangieren und hoffen, dass der überbreite Mähdrescher am eigenen Fahrzeug vorbeikommt. Das führt auch oft zu Unfällen. Wissenschaftler der TU Dresden und des Fraunhofer IVI entwickeln ein System, über das Autofahrer über die Aktivitäten von Landmaschinen informiert werden und ausweichen können. Eine alternative Route wird vorgeschlagen. Die landwirtschaftlichen Maschinen kommunizieren dabei mit den Pkw. Die Praxis testen die Wissenschaftler auf dem Versuchsgut Köllitsch.

Autofahrer unterschätzen oft Dimensionen von Landmaschinen

Im Teilprojekt ON/OFF Road Safety des Verbundprojektes LANDNETZ beschäftigen sich die Forscher mit neuen Kommunikationsinfrastrukturen und Informationssystemen. Diese ermöglichen es, bedarfsgerechte Warnmeldungen zu senden und zu empfangen. Dazu wird auch auf das 5G-Campusnetz zurückgegriffen, das auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch installiert ist. „Die Dimensionen von Landmaschinen werden von anderen Verkehrsteilnehmern häufig unterschätzt. Ein Traktor mit Anhänger, der vom Feld auf die Straße biegt oder umgekehrt, benötigt häufig die gesamte Straßenbreite und dies meist länger als erwartet. Durch Staub von Erntearbeiten kann zudem die Sicht auf der Straße eingeschränkt sein und ein Unfallrisiko entstehen“, erklärt Prof. Thomas Herlitzius, Sprecher des Verbundprojektes.

Voraussetzung ist leistungsfähige Technik

Grundlage sind leistungsfähige Kommunikationstechnologien, wie der 5G-Mobilfunk oder WLAN 802.11p. „Dass der spontane Informationsaustausch einzelner Fahrzeuge untereinander, zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur oder eben auch mit mobilen Landmaschinen die Verkehrssicherheit erheblich verbessert, zeigen die Demonstrationen im LANDNETZ auf sehr eindrucksvolle Weise“, ergänzt Prof. Matthias Klingner vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI.

Um die Arbeiten des Teilprojektes praxisnah zu begleiten, wurde ein Beirat mit Vertretern aus Industrie (Landmaschinenhersteller, Pkw-/Motorrad-Hersteller), Verbänden und Versicherungen etabliert. Es werden Handlungsempfehlungen und Standardisierungserfordernisse erstellt, die es ermöglichen, die Ergebnisse in die Anwendung zu bringen.