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Faire Milch? Verbraucherzentrale nimmt Molkereien, Handel und Projekte unter die Lupe

Verbraucher wollen mehr für Milch bezahlen, wenn genug Geld bei den Landwirten ankommt. Die Verbraucherzentrale NRW hat einige Marktangebote geprüft.

In den vergangenen Jahren sind die Milchpreise immer wieder stark gesunken, sodass die Erzeugerbetriebe kaum ihre Kosten decken konnten. „Viele Verbraucher wollen faire Preise für Milch zahlen, wenn diese auch tatsächlich bei den Landwirten ankommen“, sagt Frank Waskow, Lebensmittelexperte bei der Verbraucherzentrale NRW. Wie sich der Preis der Milch zusammensetzt, sei beim Einkauf allerdings schwer durchschaubar. Die Verbraucherzentrale hat jetzt die Preisgestaltungen verschiedener Molkereien, Projekte und Handelsunternehmen analysiert und zusammengefasst.

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Molkereien wollen nachhaltige Milch – mit einem Haken

Milch soll in Deutschland im Sinne des Tierwohls nachhaltiger werden. Der Milchindustrie-Verband gibt zu bedenken, dass die exportierte Milch aber nicht entsprechend vergütet würde.

Der Milchindustrie-Verband (MIV) ist um nachhaltige Milch bemüht. „Ein Mehr an Tierwohl ist wichtig und gewinnt auch beim Verbraucher zunehmend an Bedeutung“, so der MIV-Vorsitzende Peter Stahl. Hintergrund ist, dass der Lebensmitteleinzelhandel mit seinem System haltungsform.de nun auch den Milchmarkt in sein vierstufiges Kennzeichnungssystem für Handelsmarkenprodukte einbezogen hat. 

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Ergebnisse: Teuere Betriebsmittel machen Erholung schwierig

Vor allem durch die Coronakrise hat sich die Situation für viele Landwirte verschlechtert. Gestiegene Preise für Energie und Betriebsmittel machen die Situation nicht einfacher.

Die wirtschaftliche Situation der deutschen Landwirtschaft hat sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr von Juli 2020 bis Juni 2021 deutlich verschlechtert. Laut Deutschem Bauernverband (DBV) liege das vor allem in coronabedingten Umsatzeinbrüchen in der Schweinehaltung. Dem gegenüber stehen immer teurer werdende Betriebsmittel.

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Milcherzeugerpreise: Verband fordert Anpassung an Molkereiumsätze

Der BDM fordert, die Milcherzeugerpreise an Preiserhöhungen der Molkereien anzupassen.

Aufgrund der knappen Versorgung konnten die Molkereien bei den Butterkontrakten höhere Preise durchsetzen. Gleichzeitig steigen die Preise für Milchprodukte auch an den globalen wie nationalen Handelsplätzen deutlich. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fordert jetzt eine deutliche Erhöhung der Milcherzeugerpreise.

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Proteste: Das fordern Milchviehhalter von den Molkereien

Milchviehhalter fordern bei erneuten Protesten eine dauerhafte bessere Marktposition.

Für Milchviehhalter wird die Schere zwischen Kostendeckung und stark steigenden Produktionskosten immer größer. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) kritisiert: Starken Preisanstiegen für viele Betriebsmittel stünden Milchpreise gegenüber, die „vor sich hin dümpeln“ und „stabil niedrig“ gehalten würden. Die Marktentwicklung ermögliche aber die Durchsetzung deutlich höherer Preise. Der Verband spricht von einer Kostenunterdeckung von 30 Prozent. Er kritisiert, dass die Proteste im vergangenen Jahr keine Wirkung gezeigt hätten.

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Kehrtwende: Aldi senkt Milchpreise wieder

Der Wunsch von Aldi nach nachhaltiger Preispolitik ist offenbar nicht in Erfüllung gegangen.

Aldi Nord und Süd haben den Molkereien ein halbes Jahr lang deutlich mehr für Trinkmilch bezahlt als Lidl, Edeka oder Rewe. Protestaktionen der Landwirte und politischer Druck hatten den Discounter im Frühjahr veranlasst, einen Aufschlag zu gewähren. Die anderen Handelskonzerne waren nicht mitgezogen. Wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet, haben die Aldi-Einkäufer nun bei den Preisverhandlungen mit den Lieferanten deutliche Preissenkungen von 5 bis 6 Cent durchgesetzt.

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Milcherzeugung: Kein Ausweg aus der Sackgasse?

Die Erzeugergemeinschaft Milch Board sieht die Milcherzeugung in einer Sackgasse. Verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Der Milch Marker Index ist von April bis Juli 2020 um einen Punkt auf einen Stand von 114 gestiegen. Das teilt die Erzeugergemeinschaft Milch Board mit. Für das dritte Quartal 2020 wurden Milcherzeugungskosten von 46,95 Cent pro Kilogramm Milch ermittelt. Gegenüber dem Vorquartal gab es auf der Kostenseite einen Anstieg von 0,19 Cent. Allerdings wurden von April bis Juli 2020 die Milchauszahlungspreise von den Molkereien erneut gesenkt. In Folge verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Kosten und Erlösen und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung weiter.

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