Foto: Being Organic in EU (Symbolbild)

In Sachsen-Anhalt ging die gesamte Ökofläche zurück, weil viele Biobetriebe mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kämpfen.

  • Ökoflächen in Sachsen-Anhalt
  • Situation der Biobetriebe bundesweit
  • Deutscher Bauernverband fordert Planungssicherheit

Der ökologische Landbau in Sachsen-Anhalt ist 2024 zurückgegangen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Magdeburg wurden rund 112.200 Hektar landwirtschaftliche Fläche ökologisch bewirtschaftet. Dami tsank die Biofläche gegenüber 2023 um etwa 7.400 Hektar. Auch der Anteil an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche ging zurück und liegt wieder unter der Zehn-Prozent-Marke. Seit 2020 allerdings hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt. 

Als Ursachen nennt das Ministerium vor allem wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Steigende Kosten, unsichere Absatzmärkte und eine zuletzt verhaltene Nachfrage nach Bioprodukten setzen viele Betriebe unter Druck. Hinzu kommen strukturelle Effekte: Betriebsaufgaben, Hofnachfolgen oder Flächenverschiebungen können die Statistik beeinflussen, ohne dass es zwangsläufig zu einer vollständigen Rückumstellung auf konventionelle Bewirtschaftung kommt.

Wirtschaftliche Lage von Biobetrieben bundesweit schlechter

Die aktuelle Wirtschaftsanalyse des Thünen-Instituts zeigt, dass sich die Einkommenssituation ökologisch wirtschaftender Betriebe im Wirtschaftsjahr 2023/24 bundesweit verschlechtert hat. Die durchschnittlichen Einkommen der knapp 400 ausgewerteten Ökobetriebe lagen mit 43.241 Euro 4,4 Prozent unter dem Vorjahr. Besonders betroffen sind Milchbetriebe, die durch deutliche Preisrückgänge bei Milch und stark gestiegene Betriebskosten Einbußen verzeichneten. 

Bauernverband fordert Planungssicherheit

Anlässlich der BIOFACH 2026 in Nürnberg warnte der Deutsche Bauernverband (DBV) unlängst erneut vor den Folgen der EU-Kommissionsvorschläge zur kommenden Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Würden diese umgesetzt, so ergäben sich auch für die künftige Förderung des ökologischen Landbaus erhebliche Risiken. Der drohende Wegfall der 2. Säule und damit große Ungewissheit für die bewährten Länderprogramme, massive Budgetkürzungen sowie unklare Förderstrukturen zwischen EU, Bund und Ländern gefährden laut DBV die Planungssicherheit der Betriebe. „Der ökologische Landbau ist ein langfristiges Systemverfahren – er braucht mehrjährige Planungssicherheit, keine kurzzyklischen Ausschreibungen oder nationale Ungewissheit bei der Förderung“, mahnte DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet.