Foto: Rauch Landmaschinenfabrik GmbH

Eine Hochschule und ein Hersteller von Streutechnik gehen in der Digitalisierung der Landwirtschaft einen weiteren Schritt. Mit KI können Maschinen Dünger gezielter streuen.

  • Projekt „MobiDA“
  • Prinzip der KI-Technik
  • Nachträgliche Digitalisierung von Streumaschinen

Ein Forschungsprojekt der Hochschule Düsseldorf zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) die Landwirtschaft nachhaltiger und effizienter machen kann. Im Projekt „MobiDA“ wurde eine neue Methode entwickelt, die Düngemittel automatisch erkennt und Streumaschinen optimal einstellt. Kameras und Sensoren erfassen dabei Form und Struktur der Materialien, eine KI analysiert die Daten und bestimmt das Flugverhalten. Auf dieser Basis werden die passenden Maschineneinstellungen automatisch berechnet und direkt angepasst. Ziel ist eine präzisere Ausbringung von Dünger. Das Ergebnis: weniger Verluste und geringere Umweltbelastung.

Dünger sind unterschiedlich beschaffen

Die Beschaffenheit des Düngers ist entscheidend für die richtige Einstellung von Streumaschinen. Denn je nach Material unterscheiden sich Gewicht, Form und Flugverhalten verschiedener Dünger deutlich. Bisher mussten diese Parameter oft manuell geschätzt werden. Mit der neuen Technologie können Maschinen nun automatisch angepasst werden, was die Verteilung auf dem Feld deutlich gleichmäßiger macht.

Nachträgliche Digitalisierung von Streumaschinen möglich

Die im Projekt entwickelten Methoden basieren auf sogenannten Deep Convolutional Neural Networks, einer speziellen Form von KI, die komplexe Muster erkennen kann. Damit lassen sich nicht nur klassische Düngemittel analysieren, sondern auch Kalk, Saatgut oder andere Bodenhilfsstoffe. Ein besonderer Vorteil: Die Technologie kann in bestehende Maschinen integriert werden. Gerade im Bereich des Precision Farming eröffnet das neue Möglichkeiten. Maschinen könnten künftig selbstständig erkennen, welches Material ausgebracht wird, und ihre Einstellungen in Echtzeit anpassen.

Das Projekt wurde gemeinsam mit der Rauch Landmaschinenfabrik GmbH umgesetzt, einem führenden Hersteller von Streutechnik. Die Zusammenarbeit von Forschung und Industrie soll laut Hochschule Düsseldorf dazu beitragen, die Innovation schnell in die landwirtschaftliche Praxis zu überführen.