Foto: Evan James Shymko/CC BY-SA 3.0

In Deutschland wird das Hantavirus von der Rötelmaus übertragen. Die europäische Variante ist zwar nicht so gefährlich wie die südamerikanische, schützen sollte man sich aber dennoch.

  • Übertragung des Hantavirus durch die Rötelmaus
  • Unterschiede der Hantaviren in Südamerika und Europa
  • Risiko für Landwirte
  • Schutzmaßnahmen

Die jüngsten Hantavirus-Fälle auf einem Kreuzfahrtschiff vor Südamerika haben international für Aufmerksamkeit gesorgt. Mehrere Passagiere mussten nach möglichem Kontakt mit dem sogenannten Andes-Hantavirus medizinisch überwacht werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet die Entwicklung genau. Für Deutschland sehen Experten derzeit zwar keine akute Gefahr, doch Gesundheitsbehörden verweisen erneut auf ein Risiko, das hierzulande seit Jahren bekannt ist – besonders für Menschen, die in der freien Natur oder in Außenbereichen landwirtschaftlicher Betriebe arbeiten.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) zählen Landwirte, Forstarbeiter und Jäger zu den gefährdeten Berufsgruppen. Verantwortlich ist hier vor allem das sogenannte Puumala-Virus, das überwiegend von der Rötelmaus übertragen wird. Die Tiere scheiden den Erreger über Urin, Kot und Speichel aus. Gefährlich wird es vor allem dort, wo kontaminierter Staub eingeatmet wird.

Europäische Variante des Hantavirus gilt als weniger gefährlich

Das südamerikanische Andes-Hantavirus gilt als deutlich gefährlicher als das in Deutschland verbreitete Puumala-Orthohantavirus. Während das Andes-Virus unter Umständen tödliches Lungenversagen auslösen kann, verursacht das Puumala-Virus meist mildere Erkrankungen. Das RKI beschreibt das sogenannte „Nephropathia epidemica“-Syndrom, das mit Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen sowie vorübergehenden Nierenproblemen einhergeht. Todesfälle sind selten. Überdies ist die Andes-Variante eher von Mensch zu Mensch übertragbar als Puumula.

Risiko entsteht oft in Scheunen und Lagern

Gerade in landwirtschaftlichen Betrieben gibt es zahlreiche typische Risikobereiche: Scheunen, Futtersilos, Heu- und Strohlager oder alte Stallungen bieten Mäusen gute Lebensbedingungen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) warnt davor, zum Beispiel bei Reinigungsarbeiten in geschlossenen Räumen, wie Ställen oder Scheunen, trockenen Mäusekot aufzuwirbeln.

Behörden empfehlen einfache Schutzmaßnahmen

Das RKI und Landesgesundheitsämter empfehlen konkrete Vorsichtsmaßnahmen für Arbeiten in Stallungen und Lagerräumen:

  • Räume vor dem Reinigen mindestens 30 Minuten lüften
  • Mäusekot und Staub nicht trocken auskehren, Flächen vorher anfeuchten
  • Bei staubigen Arbeiten FFP2-Masken tragen
  • Handschuhe benutzen
  • Mäusebefall konsequent bekämpfen
  • Tierfutter und Saatgut möglichst sicher gegen Nager lagern
  • Tote Mäuse nur mit Schutzmaßnahmen entsorgen

Laut Umweltbundesamt (UBA) kommt die Rötelmaus vor allem in Süd- und Südwestdeutschland, darunter Baden-Württemberg, Bayern, der Odenwald und Teile der Schwäbischen Alb, vor. 

Weitere Neuigkeiten aus der Landwirtschaft finden Sie im Newsbereich der GVF VersicherungsMakler AG auf der Website gvf.de.

Das Foto wurde unter der Lizenz CC BY-SA 3.0 veröffentlicht.