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Landwirte zählen noch immer nicht vollständig zur kritischen Infrastruktur. DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet fordert, dies zu ändern.

  • Was bedeutet kritische Infrastruktur?
  • Position der Landwirtschaft
  • Forderung der DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet

Seit der Corona-Pandemie wird intensiver darüber diskutiert, welche Bereiche für das Funktionieren der Gesellschaft unverzichtbar sind. In Deutschland gelten Energieversorgung, Wasser, Gesundheit oder IT eindeutig als kritische Infrastruktur. Das bedeutet: Diese Branchen werden in krisenbedingten Engpässen bei der Bereitstellung von Energie, Treibstoff, Betriebsmitteln oder auch Personal bevorzugt. Doch was ist mit der lebensmittelerzeugenden Landwirtschaft?

Landwirtschaft bei kritischer Infrastruktur in Zwischenposition

Die Landwirtschaft nimmt eine Zwischenposition ein. Zwar ist die Lebensmittelversorgung systemrelevant, landwirtschaftliche Betriebe selbst gelten jedoch nicht ausdrücklich als kritische Infrastruktur. Stattdessen werden vor allem Verarbeitung, Handel und Logistik entsprechend eingestuft. Das heißt: Vor- und nachgelagerte Bereiche werden in Krisenfällen priorisiert versorgt. Landwirtschaftliche Betriebe, die Lebensmittel auch in solchen Zeiten liefern sollen, können das unter Umständen gar nicht leisten.

DBV-Generalsekretärin fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Aktuell debattiert die Bundesregierung wieder darüber, wie man die kritische Infrastruktur stärken kann. Im Koalitionspapier sind allerdings wieder nicht die Landwirtschaft und die Ernährungswirtschaft explizit genannt. „Ein Schlüsselfaktor für Versorgungs- und Ernährungssicherheit ist eine starke heimische Landwirtschaft, mit ebenso stabilen Lieferketten“, betont die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbands (DBV) Stefanie Sabet. „Die deutsche Landwirtschaft erzeuge mit vielfältigen Strukturen und Betrieben, die von bäuerlichen Unternehmerinnen und Unternehmern getragen werden, hochwertige und sichere Nahrungsmittel, nachwachsende Rohstoffe und Energie“, so Sabet. Überdies sieht sie in der Landwirtschaft einen Garanten für die gesellschaftliche Stabilität. „Aus diesem Grund muss auch die Landwirtschaft grundsätzlich immer mitgedacht werden, wenn es um den Schutz kritischer Infrastruktur geht. Ernährungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern systemrelevant“, so die Generalsekretärin.