Foto: © Kaufland

Laut Kaufland konnte die Supermarktkette den Anteil an Frischfleisch der Eigenmarke aus den Haltungsstufen 3, 4 und 5 auf 50 Prozent ausbauen.

  • Haltungsstufen bei Frischfleisch
  • Supermarktkette setzt auf Zusammenarbeit mit Landwirten
  • Zahlungsbereitschaft der Verbraucher

Rund die Hälfte des Fleischsortiments von der zur Schwarz-Gruppe (Lidl) gehörenden Supermarktkette Kaufland stammt nach Angaben des Unternehmens inzwischen aus den Haltungsstufen 3, 4 und 5 (Frischluft, Auslauf, Bio). Damit verschiebt sich das Angebot eines der größten Lebensmittelhändler Deutschlands spürbar weg von der konventionellen Tierhaltung der Stufen 1 und 2, die lange Zeit den Markt dominierten.

Frischfleisch: Kaufland hebt Zusammenarbeit mit Landwirten hervor

Der Ausbau des Sortiments aus höheren Haltungsstufen gelinge nur im Einklang und im engen Austausch mit der Landwirtschaft, betont Anna Spiess, Bereichsleiterin Einkauf Nachhaltigkeit bei Kaufland Deutschland. „Unsere Partner-Landwirte schaffen mit ihrer täglichen Arbeit und ihrem Engagement die Basis für eine nachhaltige Verbesserung des Tierwohls in der Nutztierhaltung“, so Spiess. „Uns ist es wichtig, die Landwirte dabei zu begleiten und diesen Aufwand auch finanziell zu honorieren.“

Verbraucher wollen für höhere Haltungsstufen mehr bezahlen

Landwirtschaftliche Verbände begrüßen die Umstellung von Supermärkten und Discountern, erwarten aber, dass das Fleisch aus höheren Haltungsstufen mehr kostet und vor allem bei Landwirten mehr ankommt. Viele Verbraucher:innen sind bereit, im Supermarkt mehr Geld für Fleisch aus besseren Haltungsbedingungen zu bezahlen. Das zeigt eine Studie der Georg-August-Universität Göttingen. Demnach steigt die Zahlungsbereitschaft deutlich, wenn Kunden nachvollziehen können, was hinter höheren Haltungsstufen steckt. Fleisch aus tiergerechteren Ställen wird dann nicht nur positiver bewertet, sondern auch häufiger gekauft, selbst bei höheren Preisen. Entscheidend ist laut den Forschern eine klare und verständliche Kennzeichnung, die Vertrauen schafft. Die Ergebnisse sprechen dafür, Tierwohl transparenter zu kommunizieren, um nachhaltigere Kaufentscheidungen im Alltag zu fördern.