Forscher haben die Auswirkungen eines Additivs auf Kalkstickstoffbasis in Gülle genauer untersucht und weiterentwickelt.
- Auswirkungen von Kalkstickstoff in Gülle
- Forschungsergebnisse
- Methanerträge
- Stickstoffeffizienz
Die Zugabe eines Additivs auf Kalkstickstoffbasis zu Gülle kann klimarelevante Emissionen aus der Wirtschaftsdüngerlagerung stark mindern. Das ist das Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie und der Alzchem Trostberg GmbH. Infolgedessen wird laut den Studienautoren die Stickstoffeffizienz verbessert und so die Methanerträge in der Biogasanlage gesteigert. Das Additiv steht bereits für die Praxis zur Verfügung und wurde nun weiterentwickelt und seine Verwendung systematisch untersucht.
Minderung der Emissionen aus Gülle
Im verkleinerten Maßstab konnte das Forscherteam bei sommerlichen Temperaturen einen fast vollständigen Rückgang der Methanemissionen durch das Additiv nachweisen. Rinder- oder Schweinegülle emittierten bis zu 97 Prozent weniger Methan als herkömmlich gelagerte. Im Winter und bei Gärresten fiel der Rückgang zwar geringer aus oder benötigte höhere Kalkstickstoffzugaben, war aber immer noch erheblich. Ähnliche Ergebnisse erzielten realitätsnahe Versuche im 1.000-Liter-Maßstab.
Höhere Methanerträge
Die Forscher stellten auch fest, dass auf die Vergärung der Wirtschaftsdünger unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls positive Auswirkungen möglich sind. Bei höheren Temperaturen, einem nicht zu hoch dosierten Additiv und einer ausreichend langen Lagerung ab 14 Tagen steigen die Methanerträge gegenüber unbehandelt gelagertem Wirtschaftsdünger. Im Projekt lag das Plus bei bis zu 11 Prozent. Sind diese Voraussetzungen hingegen nicht gegeben, könne es auch zu einer Hemmung des Biogasprozesses und sinkenden Methanerträgen kommen, so die Forscher.
Höhere Stickstoffeffizienz
Kalkstickstoff verzögert die Stickstoff-Umsetzung in Gülle und Gärresten durch eine vorübergehende Inaktivierung der Mikroorganismen – laut bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen um 96 Prozent. Die damit in den Wirtschaftsdüngern verbleibende größere Menge an Stickstoff kann potenziell Mineraldünger ersetzen und die Effizienz und Wirtschaftlichkeit verbessern. Das Forscherteam berechnete in Szenarien, dass die Mineraldüngerkosten so insbesondere in Landkreisen mit einem hohen Anteil an Nutztierhaltung um bis zu 22 Prozent sinken können.
