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Moore werden wegen des Klimaschutzes wieder bewässert. Überdies haben entwässerte Moore für klassische landwirtschaftliche Kulturen keine Zukunft, wie ein Wissenschaftler in einem Interview erklärte.

  • Moore großteils entwässert
  • Warum die Nutzung für Landwirte ein Problem wird
  • Alternative Kulturen

Von den rund 1,5 Millionen Hektar gesamter Moorfläche in Deutschland sind laut Bundesumweltministerium (BMUKN) etwa 92 Prozent entwässert. Der Großteil der trockengelegten Moore wird landwirtschaftlich genutzt. Prof. Matthias Drösler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im oberbayerischen Freising gab jetzt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu bedenken, dass viele bewirtschaftete Moorflächen bald nicht mehr genutzt werden können. Das landwirtschaftliche Informationszentrum Proplanta zitiert den Wissenschaftler aus dem dpa-Interview am Beispiel Bayern: Ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Moorfläche in Bayern könne in 15 Jahren nicht mehr wie bisher nutzbar sein, prognostiziert Drösler.  

Böden in trockengelegten Mooren sinken ab

Drösler warnt davor, dass nach der Entwässerung eines Moores der Boden immer weiter absackt. Entweder lande man irgendwann beim Grundwasser oder bekomme untauglichen Boden, zitiert Proplanta den Experten. Am Beispiel Bayern sagte er in dem dpa-Interview: „Da kommen aufrüttelnde Zahlen raus.“ In den kommenden 30 Jahren könnten laut dem Forscher sogar 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Mooren deswegen nicht mehr nutzbar sein. Landwirtschaft auf entwässerten Moorböden sei endlich, so Drösler.

Forscher empfiehlt andere Kulturen

Der Wissenschaftler plädiert nicht nur wegen des Umwelt- und Klimaschutzes dafür, Moore wieder zu vernässen, sondern aufgrund des Problems auch aus Sicht der Landwirtschaft. Er lenkt ein, dass Landwirte deshalb nicht auf die Nutzung verzichten müssten. Da aufgrund der Absackung Böden für klassische Kulturen, wie Getreide, irgendwann unfruchtbar werden, empfiehlt der Forscher auf diesen Flächen, auf sogenannte Paludikulturen umzustellen. Dazu zählen unter anderem Schilf und Röhricht. Daraus lassen sich etwa Papier oder Baumaterialien herstellen.